„Du warfest mich in die Tiefe, mitten ins Meer, dass die Fluten mich umgaben, dass ich dachte, ich wäre von deinen Augen verstoßen … Aber du hast mein Leben aus dem Verderben geführt.“ (Jona 2). So betet Jona nach der Überlieferung des gleichnamigen biblischen Buches Jona im Bauch des großen Fisches, der ihn verschlungen hat. – Morgen ist die Geschichte des Jona unser Predigttext, und ich möchte im Gottesdienst in Klanxbüll dabei das ganze Buch Jona, das aus nur vier Kapiteln besteht, vorlesen.

Das ist schon eine aufregende, und auch mit einer reichlichen Prise Humor und Augenzwinkern erzählte Geschichte: Von Jona, der von Gott den Auftrag erhält der großen Stadt Ninive den Untergang anzukündigen: Und Jona bockt. Das will er sich nicht antun. Er geht zwar zum Hafen, seiner Heimatstadt um aufzubrechen, aber steigt auf ein ganz anderes Schiff in genau die entgegengesetzte Richtung von Ninive. Als ob man Gott entfliehen könnte, wenn der etwas mit uns vorhat … – So kommt, was kommen muss: eine Schifffahrt mit Hindernissen, ein gewaltiger Sturm, der die Matrosen ahnen lässt, dass irgendeiner an Bord es sich mit irgendeinem Gott verscherzt haben muss. Und Jona gesteht schließlich und bittet: Werft mich über Bord, dann werdet ihr gerettet. Er ist müde, er will nur noch weg, weg von diesem Leben und allen seinen Umständen, im Meer versinken, nichts mehr spüren, Ruhe, Frieden, Ende. – Die Matrosen sind gottesfürchtig genug, um das genau nicht zu wollen: ein Menschenleben zu opfern! Aber als der Sturm nicht nachlässt, sehen auch sie keinen anderen Ausweg mehr. Jona geht über Bord und versinkt im Meer. – Aber Gott lässt seine Geschichte mit Jona weitergehen. Er schickt den Fisch, der ihn verschlingt, ohne ihm dabei ein Haar zu krümmen. Drei Tage ist Jona im Bauch des Fisches und findet zur Ruhe und findet zu sich und findet zu Gott. Er betet. Und „der ganze Fisch war voll Gesang“ , so hat es Klaus-Peter Hertzsch einmal so schön formuliert. – Und am Ende spuckt ihn der Fisch genau dort aus, wo Gott ihn von Anfang an haben wollte: in Ninive. – Gott führt seine Wege mit uns zum Ziel. Auch wenn wir erst nicht wollen und Umwege daraus machen, bis wir begreifen, dass Gott bei uns ist und seine Wege Sinn machen … – Vielleicht kennt ihr in diesen Coronazeiten auch das Jonagefühl beim Sturz ins Wasser: nichts sehen wollen, am Ende mit den Kräften sein, nur noch Augen schließen und versinken. Aber vertraut: Gott lässt sich etwas für euch einfallen. Rettung naht - es muss ja kein Walfisch sein, wo wir so eine Oase der Ruhe finden und neu zu uns finden … – Wie die Geschichte mit Jona weitergeht – wenn ihr mögt, kommt morgen vorbei, 10.00 Uhr, evangelische Kirche Klanxbüll. Oder lest sie nach mitten in der Bibel!

Seid gesegnet und behütet!

Euer Pastor Gerald Rohrmann

Und noch drei Fotos schicke ich mit: Diese Woche hatten wir ein tolles Erlebnis. Im letzten Jahr neugemachten Reet des Pastoratdaches brütete eine Ente. Am Donnerstag schlüpften die Entlein – und ab ging es Richtung Teich.196905652_326865208951192_3381731184789098649_n.jpg195780765_326865232284523_4680980912293097210_n.jpg195631136_326865268951186_7151142787999292985_n.jpg